Weihnachten in Ungarn

Weihnachten in Ungarn

Nachdem wir letztes Jahr schon mal einen genaueren Blick auf das ungarische Nikolausfest mit Mikulás, seinen Krampussen und dem beliebten Salonzucker geworfen haben, nehmen wir nun Weihnachten in Ungarn unter die Lupe. Es ist doch immer wieder überraschend, welch unterschiedliche Traditionen die christlichen Länder zu ein und demselben Feiertag haben.

Weihnachten in Ungarn - Ein kulinarisches Fest

In einer Weihnachtstradition sind sich wohl alle einig: es gibt reichlich und gutes Essen im Kreise der Familie. Das ist natürlich auch in Ungarn nicht anders. Doch statt der Weihnachtsgans, die in Deutschland oft den Weg auf den Tisch findet, gibt es in Ungarn am 24. Dezember Fisch. Das traditionelle ungarische Weihnachtsessen ist eine deftige Fischsuppe, Halászlé, die mit den drei Fischsorten Karpfen, Barsch und Wels zubereitet wird. Auch der folgende Hauptgang besteht aus Fisch. Häufig werden gebratener oder panierter Karpfen oder Zander serviert. Diese Tradition geht auf den alten Volksglauben zurück, dass Fischschuppen viel Geld bringen sollen. Auch soll sich die Wendigkeit des Fisches auf die Esser übertragen. Was sagt das wohl über uns, das Geschnatter und den Watschelgang der Gänse aus?

Der Duft von Töltött Káposzta (Krautwickeln), die bereits Tage zuvor zubereitet wurden, zieht an Weihnachten durch fast jedes ungarische Haus. Ursprünglich ein Erbe aus der Zeit des osmanischen Reiches, sind die Krautwickel heute für viele Ungarn ein Sinnbild des Weihnachtsfestes und werden meist am ersten Weihnachtsfeiertag serviert.

Köstliche Süßspeisen

Neben dem Szaloncukor gibt es natürlich weitere Süßspeisen, die keinesfalls an Weihnachten in Ungarn fehlen dürfen. Das Pendant zum Christstollen sind die Bejgli, Walnuss- oder Mohnrollen, die auch zu Ostern auf die Festtafel kommen. Das Rezept für die süßen Kuchen wird meist von Generation zu Generation weitergereicht. Besonders die Mohnrolle ist nicht nur köstlich, sondern auch symbolträchtig: sie soll zu einer langen und guten Ehe beitragen.

Der Weihnachtsbaum

Um den Weihnachtsbaum rankt sich die wohl schönste Tradition. Denn statt mit Christbaumkugeln wird der Baum mit den in Seidenpapier oder bunten Stanniol eingewickelten Szaloncukor geschmückt. Ob das von der Familie gemeinsam oder heimlich von den "Engelchen" erledigt wird, ist ganz individuell. Ebenso Tradition ist es, dass die Kinder bereits im jüngsten Alter wahre Experten darin sind, die süßen Köstlichkeiten kunstvoll aus der glänzenden Verpackung zu stibitzen, ohne diese zu beschädigen. Das Wort Salonzucker geht übrigens - erinnern Sie sich? - auf die großbürgerlichen Salons zurück, in denen die ersten Weihnachtsbäume aufgestellt wurden. Der erste Baum wurde übrigens von der österreichisch-ungarischen Gräfin Therese von Brunswick im Jahre 1824 aus Tirol nach Ungarn gebracht.

Wer bringt an Weihnachten in Ungarn die Geschenke?

Ähnlich wie bei uns gibt es auf diese Frage auch keine einhellige Antwort. Während in manchen Familien Jézuska, das Christkind, die Geschenke unter den Baum legt, erledigt in anderen Familien ein Weihnachtsengel diese Aufgabe. Aber auch der Weihnachtsmann, mit weißem Rauschebart, Rute und Geschenkesack ist zu Weihnachten in vielen ungarischen Wohnzimmern unterwegs.

Und während die Kinder mit glänzenden Augen die Geschenke auspacken, sitzen die Erwachsenen in geselliger Runde beieinander, tauschen sich aus und genießen den Abend.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und besinnliches Fest oder wie man in Ungarn sagt:

Boldog karácsonyt!

P.S. Falls Ihnen noch der passende Wein zu Ihrem Festtagsmenü fehlt, dann schauen Sie doch mal hier.


Plattensee

Plattensee - Weinbaugebiet und Urlaubsziel

Der Plattensee ist vielen als malerische Urlaubsregion bekannt. Aber wussten Sie auch, dass die Bodenbeschaffenheit, die zahlreichen Sonnenstunden, die vulkanische Erde und die Lage direkt am See, wie gemacht sind für den Weinbau? Neben dem Balatonfüred-Csopak, der Region in der unser Weingut steht, gibt es fünf weitere Weinbaugebiete, die sich alle auf charakteristische Rebsorten spezialisieren.

Unser Weingut am Plattensee

Wir haben uns für den Anbau von Blaufränkischem, Merlot und Cabernet Sauvignon entschieden, Rebsorten, die wie gemacht sind für den kalkhaltigen Boden, der dem der Bordeaux-Region gleicht. Aber auch abseits der idealen Böden ist der Plattensee einfach eine Reise wert. Also falls Sie noch nichts vorhaben sollten, diesen Sommer: wir können die Region nur wärmstens empfehlen. Es gibt schließlich Gründe, warum ich vor 20 Jahren entschieden habe, dass das Weingut Gratz genau dort stehen soll. Zugegeben, arbeiten wo andere Urlaub machen ist halt immer noch arbeiten, aber so anstrengend die Handarbeit im Weinberg auch ist, es ist doch das Beste, etwas mit Hingabe und Herzblut zu machen. Und umso schöner, wenn man dabei noch von einem Naturschutzgebiet umgeben ist.

Hand in Hand im Weinberg

Da unser Weingut mit nur zwei Hektar in etwa der Größe zweier Fußballfelder entspricht, können wir die Lese mit unseren fleißigen Helfern komplett in Handarbeit verrichten. Denn Handarbeit steht für uns in direktem Zusammenhang mit Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit, zwei Grundsätzen, die unser Weingut definieren. Auch die dichte Bestockung und die gute Durchlüftung des Bodens sind nur so möglich. Außerdem möchten wir unsere Weine fühlen und sind uns sicher, dass auch das Herzblut, das wir und unser Team einbringen in jeden Tropfen unserer Weine einfließt.

Urlaub am Plattensee

Wenn Sie in die Plattensee-Region reisen, dann jedoch vermutlich nicht, um ein Weingut aufzubauen, sondern um dort Ihren Urlaub zu verbringen. Deshalb haben wir ein paar Tips für Ihren Urlaub in der Region: Da wäre zum Ersten natürlich der Plattensee. Egal ob Baden, mit dem Boot paddeln, am Strand liegen oder den Sonnenuntergang genießen, hier ist es so schön, dass man gar kein Meer mehr braucht. Keinesfalls verpassen sollten Sie den Nationalpark Balaton Oberland. Ein wenig erinnert die Landschaft an die Toskana, dazu gibt es eine Menge zu entdecken. Burgen, Höhlen und Europas größter natürlicher Thermalsee in Héviz laden zum Erkunden ein. Auch die kleine Halbinsel Tihany ist ein absolutes Juwel und sollte bei keiner Balaton-Reise fehlen. Last but not least: Ungarns wunderschöne Hauptstadt Budapest ist zwar knapp 2 Stunden mit dem Auto entfernt, aber mit ihren weltbekannten Thermalbädern, dem königlichen Schloss und dem imposanten Parlamentsgebäude am Ufer der Donau ein definitives Muss für Ihren Ungarn-Urlaub.

Überzeugt?

Falls Sie mit einem Urlaub am Plattensee liebäugeln, dann schreiben Sie uns doch, wenn Sie in der Nähe sind. Wenn wir zur gleichen auf dem Weingut sind, würden wir uns über Ihren Besuch freuen. Und bis es soweit ist, gönnen Sie sich doch eine gute Flasche Wein für einen Kurzurlaub auf Balkonien. Unsere pfälzisch-ungarischen Koproduktionen, den Gratz Cabernet Sauvignon »C«, die Gratz Merlot »M« und die Gratz Cuvée »X« gibt es hier in unserem Shop.

 


Plattensee: hier wird der Wein im Saignée Verfahren hergestellt.

Jahrgangsreport 6: Die Saignée-Methode

Die Reben sind geleert und die Trauben in ihren Fässern. Genau wie unsere Helfer hat nun auch die Maische Pause. Denn neben harter Arbeit ist Wein eben auch Geduld. Erst nachdem die Maische geruht hat, stellen wir unseren Wein im natürlichen Saignée Verfahren her.

Die Maische mag es kühl

Trotz stetig steigender Außentemperaturen ist es uns gelungen den Keller mit den Fässern bei kühlen 10 Grad zu halten. So verhindern wir die vorzeitige Gärung und die Maische intensiviert weiter in Aroma und Farbe. Unsere Aufgabe besteht nun darin, einige physikalische und chemische Parameter zu prüfen. Wir kümmern uns um die Temperatur, messen den ph-Wert und prüfen Zucker- und Säuregehalt, bevor wir die Maische für die nächsten zwei Tage ruhen lassen.

Freizeit am wunderschönen Plattensee

Dann haben auch wir es fast geschafft. Nur noch ein paar kleinere Handgriffe, um das Weingut wieder auf Vordermann zu bringen. Am späten Nachmittag haben wir endlich Zeit für uns. Wir gönnen uns ein erfrischendes Bad im Plattensee. Eine willkommene Erholung, nach den Anstrengungen der vergangenen Tage. Neben der idealen Bodenbeschaffenheit des Balatonfüred-Csopak für unsere Rebsorten ist die Lage unseres Weinguts inmitten des Naturschutzgebiets am nördlichen Ufer des Plattensees auch für die Seele einfach ein Gedicht.

Die nächsten Schritte

Erst am Abend des zweiten Tages gibt es wieder weinbezogene Aufgaben für uns. Denn jetzt ist es an der Zeit, der Maische "einzuheizen" und den Gärprozess in Gang zu setzen. Mit einer Elektroheizung erhöhen wir die Temperatur im Keller langsam auf 18-20 Grad.

Ausbluten lassen: Die Saignée Methode

Um den Wein zu verdichten, lassen wir aus allen Fässern dunkel-rosa Traubensaft ab. Mit dieser traditionellen Methode, die unter dem Begriff Saignée Methode (saigner bedeutet tatsächlich bluten) bekannt ist, verändern wir das Verhältnis von Saft zu Schalen. Denn in den Schalen finden sich die intensivsten Aromen und Tannine, die den vollen Geschmack unserer Weine ausmachen. Auch die tiefrote Tönung erhält der Wein durch die Farbstoffe der Beerenhäute.

Aus Saft wird Clairet

Und der abgelassene Saft? Den vinifizieren wir wie einen klassischen Weißwein. Das Ergebnis ist ein Clairet, eine vollere Geschmacksvariante des Roséweins. Denn Rosé wird, anders als man vielleicht annehmen möchte, nicht durch die Melange roter und weißer Trauben erreicht, sondern ausschließlich aus roten Trauben gewonnen.

Die Saignée Methode, das natürlichste Verfahren zur Weinherstellung, ermöglicht uns also überdies die besonders nachhaltige Verwertung unserer Trauben. Das freut uns nicht nur, weil wir einen frischen Clairet erzeugen, sondern vielmehr, weil der Nachhaltigkeitsgedanke Grundbaustein unserer Unternehmensphilosophie ist.

To be continued...


Hier geht es zu den anderen Teilen unserer Winzersoap:

Winzersoap Teil 1: Traubenlese & Winzerromantik?
Winzersoap Teil 2: Zucker & Matsch 
Winzersoap Teil 3: Zeit ein Fass aufzumachen
Winzersoap Teil 4: Gespräche im Weinberg
Winzersoap Teil 5: Feste feiern, wie sie fallen


Feste feiern mit vollen Fässern

Jahrgangsreport 5: Feste feiern wie sie fallen

Eigentlich soll man die Feste ja feiern, wie sie fallen. Heute ist mein Geburtstag. Ich werde 57 und bin damit noch einer der Jüngsten in unserer "Rentnergang". Nur Imre, der Vorarbeiter, ist jünger als ich. Statt festlich fühle ich mich jedoch grüblerisch.

Düstere Zukunftsvisionen

Was soll mit den Weinbergen passieren, wenn wir die harte Handarbeit nicht mehr stemmen können? Maschinelle Grünarbeit mit den einhergehenden Qualitätseinbußen? Will ich das? Teure Maschinen, deren Anschaffung bei zwei Hektar finanziell nicht machbar ist. Also muss das Weingut um jeden Preis wachsen? Zum Glück reißt mich der Wecker aus meinen düsteren Gedanken.

Es gibt was zu feiern

Meine gute Laune kehrt zurück und ich stürze mich ins Leben. Gefeiert wird heute nicht. Jedenfalls nicht mein Geburtstag. Dafür aber das Ende der Ernte. Denn als sich unser Arbeitstag dem Abend zuneigt, sind alle Fässer voll. An den Reben sind nur knapp 400-500 kg Trauben verblieben. Ich rufe meine Freunde aus dem Dorf an und lade sie ein, die letzten Trauben für ihren eigenen Hauswein zu lesen. Wäre doch schade, wenn sie an den Reben verrotteten.

Fast geschafft

Als ich mich von den Helfern verabschiede, stellt sich allgemeine Erleichterung ein. Was ein großartiger Abschluss für unsere gemeinsamen Anstrengungen. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse und der technischen Probleme am ersten Tag sind wir pünktlich fertig geworden und wurden auch noch mit tollem Wetter belohnt. Wir besprechen, wann wir uns für das Abpressen der Maische wieder treffen und verabschieden uns mit den besten Wünschen.

Ein schöner Abschluss

Nachdem der Dreck des Tagewerkes unter einer heißen Dusche abgespült wurde, gibt es dann doch noch ein klitzekleines Fest. Dorothee, unsere Freunde und ich treffen uns in der Landgaststätte des Dorfes, zum Geburtstagsabendessen. Wir lassen es uns richtig gut gehen und trinken ein Glas Wein auf die anstrengenden und wunderschönen Tage, die hinter uns liegen.

To be continued...


Hier geht es zu den anderen Teilen unserer Winzersoap:

Winzersoap Teil 1: Traubenlese & Winzerromantik?
Winzersoap Teil 2: Zucker & Matsch 
Winzersoap Teil 3: Zeit ein Fass aufzumachen
Winzersoap Teil 4: Gespräche im Weinberg


Osterbräuche in Ungarn

Ungarische Osterbräuche und ein traditionelles Ostermenü

In wenigen Tagen ist Ostern. Eine Zeit in der wir uns auf unsere schönen, traditionellen Osterbräuche zurückbesinnen. Denn was wäre das Osterfest ohne die Suche nach bunten Eiern und gefüllten Nestern im Garten? Die liebevoll verzierten Osterbrunnen auf dem Dorfplatz. Und natürlich die Bastelstunden, bei denen man immer einen leichten Schwindel vom Eier ausblasen hat. So ist Ostern jedes Jahr bei uns. Aber wie sieht es in Ungarn aus?

Ungarische Osterbräuche sind dufte

Eine dufte Tradition - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - wird am Ostermontag gepflegt. Ursprünglich wurden Mädchen im heiratsfähigen Alter von Interessenten mit einem Eimer kalten Wassers übergossen. Das kalte Wasser wich über die Jahre einigen Spritzern duftenden Eau de Colognes und das Ritual wurde auf Mädchen und Frauen jeden Alters ausgeweitet. Jungen und Männer besprenkeln ihre Angebeteten, aber auch Freundinnen, Kolleginnen und Familienmitglieder mit Duftwasser.

Für unverheiratete Frauen und Mädchen hat der Brauch, der durch ein Gedicht eingeleitet wird, jedoch noch immer eine besondere Bedeutung. Schön angezogen erwarten sie ihre Verehrer und sind besonders stolz auf eine hohe Anzahl an Besuchern. Im Anschluss an das Ritual werden den Besuchern bunt verzierte Eier, selbstgemachtes Gebäck und ein alkoholisches Getränk angeboten. Wäre doch auch mal eine Idee für unser  Osterfest.

Diese Ostereier sind Kunst

Das Verzieren von Ostereiern ist in Ungarn ein eigenständiges Kunsthandwerk. Die klassischen ungarischen Ostereier werden mit einem in flüssiges Wachs getauchten Federkiel kunstvoll bemalt und anschließend rot gefärbt. Nachdem das Wachs entfernt wurde, bleibt ein weißes Motiv. Eine andere Methode ist die Gravur. Nach dem Färben der Eier werden die Muster mit einem Messer in die Schalen gekratzt. Je nach Tiefe der Gravur ergeben sich unterschiedlichste Farbnuancen.

Ein festliches Ostermenü

Natürlich ist auch ein traditionelles Ostermenü fester Bestandteil der ungarischen Osterbräuche. Oberste und unumstößliche Regel dabei: "Kein Ostern ohne Schinken". Er gehört genauso auf die festlich gedeckte Tafel, wie das Osterbrot und natürlich die Eier, die in Ungarn im Schinkensud zubereitet werden und so einen einzigartig rauchigen und pikanten Geschmack haben.

Wir haben für Sie ein traditionell ungarisches Ostermenü zusammengestellt, das Sie zu einem schönen Glas Wein genießen können:

Gespickte Osterlammkeule an Rotweinjus

Zutaten Lammkeule:
800 gr. ausgelöste Lammkeule
100 gr. Schinkenspeck
100 gr. Fett
Salz

Zutaten Rotweinjus:
30 gr. Tomatenmark
2 EL Mehl
200 ml. Rotwein
20 gr. Butter

Zubereitung Lammkeule:
Die Lammkeule gut abspülen und trockentupfen. Den Schinkenspeck in dünne Streifen schneiden und die Keule damit spicken. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Fleisch im Bräter ordentlich salzen und mit heißem Fett übergießen. 40-60 Minuten im Backofen schmoren, dabei regelmäßig wenden und mit dem eigenen Saft begießen. Vor dem Aufschneiden ein wenig abkühlen lassen.

Zubereitung Rotweinjus: 
Für den Jus das Tomatenmark kurz erhitzen. Mehl hinzugeben und mit Rotwein ablöschen. Kurz aufkochen lassen und Butter hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Als Beilagen eignen sich gedünstete Gemüse, Kartoffelpüree und Kopfsalat.

Unsere Weinempfehlung: Gratz Cabernet Sauvignon »C«
Der Gratz Cabernet Sauvignon »C« empfiehlt sich als Begleiter von pikant (mit Pfeffer- & Paprikanoten) gewürzten Fleischspeisen wie gespicktem Rehrücken und Hirschgulasch oder zu Coq au vin und gerbstoffreichen Gemüsesorten wie Rucola, Chicoree oder Artischocken.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Osterfest.


Weinberg in der Sonne

Jahrgangsreport 4: Gespräche im Weinberg

Unerbittlich klingelt um 5:00 Uhr der Wecker. Zeit sich für den Weinberg fertig zu machen. Ein Blick aus dem Fenster lässt hoffen: es ist trocken und die Sterne sind noch am klaren Himmel zu sehen. Pünktlich um 7:00 sind wir dann alle versammelt: Imre, der Vorarbeiter, Gábór, unser Alleskönner, unsere neun Helfer und unsere beiden Freunde aus Deutschland.

Weinberg-Rituale

Für alle die mögen, gibt es den traditionellen Motivationsschnaps, auch wenn er heute gar nicht nötig wäre, denn die Stimmung ist super. Wir stürzen uns mit Elan in unsere Aufgaben und die Lese schreitet zügig und problemlos voran. Wir sind so vertieft in unsere Tätigkeiten, dass wir fast das Mittagessen verpasst hätten. Doch der Duft von Dorothées Orientalischer Nudelpfanne lockt uns ins Versorgungszelt.

Nicht nur Helfer, sondern Menschen mit Geschichten

Neben mir sitzt Zoli. Wir kennen uns seit Jahren und trotzdem weiß ich nur wenig über ihn. Während der duftende Kaffee und das selbstgemachte Tiramisu auf den Tisch kommt, bitte ich ihn mir von sich zu erzählen. Er ist 70 Jahre alt und hätte bestimmt viel zu berichten, aber er möchte erst nicht. Da gäbe es nichts sagt er. Und dann beginnt er doch.

Zoli´s Geschichte

In den späten 60ern, gerade jung verheiratet und auf dem besten Weg ein frisch gebackener Vater zu werden, wurde Zoli verhaftet. Nach seiner Entlassung konnte er einfach keine Arbeit mehr finden. Schließlich verließ ihn seine Frau mit den mittlerweile zwei Kindern. Nach langer Suche fand Zoli dann einen Job als Bergarbeiter und ging nebenbei in die Weinberge.

Als die Rente kam, stellte er fest, dass sie vorne und hinten nicht ausreichte und er kehrte zurück in die Weinlese. Bis heute habe er keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern, erzählt er. Zu Hause warte niemand auf ihn. Also was solle man da schon erzählen?  Er sagt das mit einem Lächeln. Mir ist das Lächeln vergangen.

Trotzdem ist es mir wichtig, diese Geschichten zu hören und weiterzugeben, denn das Leben meiner Helfer ist mir nicht egal. Sie sind hier nicht nur als Arbeiter, sondern als Menschen. Auch das bedeutet Teamarbeit für mich. Zuhören und da sein.

Zurück in den Weinberg

Lächelnd klopft mir Zoli auf die Schulter und reißt mich damit aus meinen Gedanken. Weiter gehts, die Arbeit macht sich nicht von allein sagt er und zieht mich mit. Es ist richtig warm geworden und unter der angenehmen Herbstsonne geht die Arbeit viel leichter von der Hand. Alles läuft wie am Schnürchen. Die Hindernisse des ersten Tages sind vergessen.

Feierabend

Trotzdem sind wir um 17:00 Uhr rechtschaffen müde. Als die Arbeiter gegangen sind und während Dorothée mit Réka, unserer Hündin, eine Runde dreht, lasse ich mich auf der Veranda nieder, genieße die Sonne und ein oder höchstens zwei Gläschen Wein.

To be continued...

Hier geht es zu den anderen Teilen unserer Winzersoap:
Winzersoap Teil 1: Traubenlese & Winzerromantik?
Winzersoap Teil 2: Zucker & Matsch 
Winzersoap Teil 3: Zeit ein Fass aufzumachen


Ungarische Küche & Weine

Ungarische Küche & Pfälzisch-Ungarische Weine

Anlässlich des ungarischen Nationalfeiertags lud das Speyerer Weinstudio Pfalz zu einem ungarischen Abend mit unseren Weinen. Da mich bereits mein Studium und meine anschließende Promotion 1982 erstmals nach Ungarn verschlugen und ich mich sofort in Land und Leute verliebte, freute mich diese Einladung besonders. Natürlich kümmerte ich mich um die begleitenden Speisen und erzählte den Gästen etwas über die Besonderheiten der ungarischen Küche.

Typisch ungarisch?

Ganz klar: Paprika und Gulasch. Oder? Tatsächlich ist die ungarische Küche ein Spiegel vieler unterschiedlicher Kulturen, die seit jeher einen wahren Schmelztiegel entlang der Donau bilden. Die traditionellen Kesselgerichte, die über offenem Feuer zubereitet werden, wie Gulasch, Pörkölt oder Fischsuppe gehen dabei auf die nomadisierenden Magyaren zurück, die aus dem asiatischen Raum stammen.

Auch die umliegenden Balkanvölker, die Türken, Italiener, Deutschen, Österreicher und Franzosen trugen ihren Teil zum lukullischen Erbe Ungarns bei.

Die Ungarn und die Paprika

Jeder, der schon mal Urlaub in Ungarn gemacht hat, kommt an den rot leuchtenden Gewürzpaprika nicht vorbei. Umso interessanter ist es, dass Paprika zwar bereits im 17. Jahrhundert im Land der Magyaren angebaut wurde, den Ungarn jedoch bei Todesstrafe der Eigenanbau verboten war. Die Türken, die die Pflanze eingeführt hatten, züchteten sie in streng bewachten Hinterhöfen.

Erst als die ersten entwendeten Pflanzen im Süden des Landes - in sicherer Entfernung - angebaut wurden, begann der Siegeszug der Paprika in Ungarn. Noch heute sind die südlichen Städte Szeged und Kolocsa die Paprika-Hauptstädte.

Französische Einflüsse in der ungarischen Küche

Der europäische Siegeszug der Paprika geht auf den berühmten französischen Meisterkoch Georges Auguste Escoffier zurück, der das rote Pulver aus Szeged in sein Restaurant in Monte Carlo mitbrachte und das "Poulet au Paprika" kreierte, das seitdem kontinuierlich von ungarischen Köchen weiterentwickelt wird.

Eine der bekanntesten Variationen des Gerichts ist sicherlich der Palatschinken nach Art der Hortobágy, ein deftig gefüllter und mit Käse überbackener Crêpe.

Mit Joseph Maréchal hinterließ ein weiterer französischer Koch seine persönliche Signatur in der ungarischen Küche. Maréchal kochte für Kaiser Napoleon III und am Hof des russischen Zaren, bevor der ungarische Fürst Pál Eszterházy ihn zu sich holte und zum Küchenchef des "National Casinos" in Pest ernannte, dem zu der Zeit exklusivsten Club des Landes.

Joseph Maréchal bereitete die traditionellen ungarischen Rezepte auf französische Art zu. Noch heute findet sich diese Zubereitungsart auf Speisekarten unter der Bezeichnung "auf Marsall Art".

Die Sachertorte und ungarische Kochbücher

Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Einflüsse auf die heutige ungarische Küche zahlreich und international. Natürlich könnte ich Ihnen jetzt noch verraten, was Bayern und die österreichische Sachertorte mit einem heutigen ungarischen Traditionsrestaurant zu tun haben. Aber das erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.

Außerdem stelle ich Ihnen demnächst auch meine Lieblingsrezepte für einige der beliebtesten ungarischen Spezialitäten hier vor.

Und die Weine?

Dies wäre kein Weinblog, wenn ich Ihnen nicht noch eine kleine Empfehlung zu Ihren ungarischen Gerichten aussprechen würde. Schließlich sind unsere Weine wahre pfälzisch-ungarische Koproduktionen.

Klassisch mit Paprika: Gratz Cabernet »C«
Gerichte mit pikanten Paprika- und Pfeffernoten begleitet unser tiefroter Gratz Cabernet »C« mit schwarzem Kern und Noten von Cassis, Kirsche und Paprika.
Zum Gratz Cabernet »C«

Die französische Note: Gratz Merlot »M«
Die mediterranen Einflüsse der französischen Küche untermalt unser Gratz Merlot »M« mit Noten von Pflaume, Brombeer und Tabak.
Zur Gratz Merlot »M«

Festlich vom Hofe: Gratz Cuvée »X«
Festliche Schmorgerichte wie von den Köchen des ungarischen Adels begleitet unsere mit Silber ausgezeichnete Gratz Cuvée »X« mit vielschichtigen Frucht- und Röstaromen.
Zur Gratz Cuvée »X«

 

 

Foto: Dr. Rolf Klein, Weinstudio Pfalz


Nikolaus-Bräuche in Ungarn

Nikolaus: Blanke Stiefel & geschmückte Ruten

Er wird besungen und herbeigesehnt: der Nikolaus. Kinder stellen ihre geputzten Stiefel vor die Türe und freuen sich, wenn sie am nächsten Tag mit Nüssen, Süßigkeiten und Obst gefüllt sind. Und wenn Knecht Ruprecht nicht mit der Rute anrückt. Die deutschen Bräuche zum Nikolaustag sind hinlänglich bekannt und zaubern jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit wieder glänzende Augen.

 

Ein Fest nicht nur für Kinder

Aber nicht nur Kinder erfreuen sich an den kleinen Geschenken, die die Wartezeit bis Weihnachten verkürzen. Auch Erwachsene beschenken sich zwischenzeitlich regelmäßig, wenngleich die Meisten keine geputzten Stiefel mehr vor die Tür stellen. Edle Schokolade, eine gute Flasche Wein. Wir hätten da übrigens drei passende Weine im Angebot... denn ein Anlass um guten Wein zu verschenken kommt ja bekanntlich immer wieder. Und auch, wenn es für ein Nikolaus-Geschenk heute vielleicht ein wenig zu spät ist, kann man aus unserem Gratz Merlot »M« einen wunderbaren Glühwein in der Vorweihnachtszeit zubereiten. Auch eine heiße Rotwein-Schokolade ist einfach ein Genuss. Und selbstgemacht schmeckt es immer noch am Besten.

 

Und in Ungarn?

Natürlich wird der Nikolaus-Tag auch in anderen Ländern begangen. Wir wollen heute einen Blick nach Ungarn, in das Land werfen, in dem unsere Weinberge stehen. Denn auch dort gibt es wunderschöne Nikolausbräuche, die sich teilweise gar nicht so sehr von den unsrigen unterscheiden. Auch für Mikulás werden die Stiefel oder Schuhe blank geputzt. Brave Kinder stellen sie am Vorabend des Nikolaustages auf die Fensterbank, in freudiger Erwartung einer süßen Füllung. Und siehe da, am nächsten Morgen finden die Kinder in rotem Geschenkpapier eingeschlagene Süßigkeiten und eine kleine goldene Rute mit roter Schleife, die sie daran erinnern soll, dass Mikulás auch die kleinen Sünden sieht.

 

Missetäter & Krampusse

Der ungarische Mikulás ist ein gütiger Mann, der auch über größere Verfehlungen hinwegsehen kann. Anstatt die Missetäter zu versohlen, stellen Mikulás und seine Krampusse, kleine schwarze Helfersteufelchen, eine große goldene Rute auf die Fensterbank, die reich mit Szaloncukor (Salonzucker) behangen ist. Die Süßigkeit darf ausschließlich von Mikulás und seinen kleinen Helfern verschenkt werden und es gibt sie nur zum Nikolaustag. Schon das macht den Salonzucker zu etwas ganz Besonderem.

 

Großbürgerliche Eleganz im bürgerlichen Wohnzimmer

Die Verpackung dieser typisch ungarischen Süßigkeit ist jedoch noch wichtiger als deren Geschmack: edles Seidenpapier und farbig glänzendes Stanniol. Denn Salonzucker wird traditionell als Christbaumschmuck verwendet und taucht den großbürgerlichen Salon ebenso wie das bürgerliche Wohnzimmer in eleganten Glanz. An der Weihnachtstanne soll der Salonzucker bis zum Dreikönigstag hängen, denn am 06. Januar wird der Baum traditionell geplündert. Allerdings sind die Ungarn wahre Künstler im unbemerkten Entwenden der süßen Inhalte und so ist es verwunderlich, wenn am Dreikönigstag noch ein völlig intakter Salonzucker am Baum gefunden wird.

Auf diesem Weg sichern sich die Ungarn schon durch das Stibitzen der Süßigkeit, dass Mikulás und seine Krampusse im nächsten Jahr wieder eine große Rute auf der Fensterbank platzieren können... und das müssen sie auch, denn im Durchschnitt isst jeder Ungar ein Pfund Salonzucker pro Jahr. Oder um genauer zu sein zwischen dem 06.12. und dem 06.01.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen schönen Nikolaus-Tag und hoffen, dass Ihre Stiefel ebenfalls reich gefüllt sind.