Weinberg in der Sonne

Jahrgangsreport 4: Gespräche im Weinberg

Unerbittlich klingelt um 5:00 Uhr der Wecker. Zeit sich für den Weinberg fertig zu machen. Ein Blick aus dem Fenster lässt hoffen: es ist trocken und die Sterne sind noch am klaren Himmel zu sehen. Pünktlich um 7:00 sind wir dann alle versammelt: Imre, der Vorarbeiter, Gábór, unser Alleskönner, unsere neun Helfer und unsere beiden Freunde aus Deutschland.

Weinberg-Rituale

Für alle die mögen, gibt es den traditionellen Motivationsschnaps, auch wenn er heute gar nicht nötig wäre, denn die Stimmung ist super. Wir stürzen uns mit Elan in unsere Aufgaben und die Lese schreitet zügig und problemlos voran. Wir sind so vertieft in unsere Tätigkeiten, dass wir fast das Mittagessen verpasst hätten. Doch der Duft von Dorothées Orientalischer Nudelpfanne lockt uns ins Versorgungszelt.

Nicht nur Helfer, sondern Menschen mit Geschichten

Neben mir sitzt Zoli. Wir kennen uns seit Jahren und trotzdem weiß ich nur wenig über ihn. Während der duftende Kaffee und das selbstgemachte Tiramisu auf den Tisch kommt, bitte ich ihn mir von sich zu erzählen. Er ist 70 Jahre alt und hätte bestimmt viel zu berichten, aber er möchte erst nicht. Da gäbe es nichts sagt er. Und dann beginnt er doch.

Zoli´s Geschichte

In den späten 60ern, gerade jung verheiratet und auf dem besten Weg ein frisch gebackener Vater zu werden, wurde Zoli verhaftet. Nach seiner Entlassung konnte er einfach keine Arbeit mehr finden. Schließlich verließ ihn seine Frau mit den mittlerweile zwei Kindern. Nach langer Suche fand Zoli dann einen Job als Bergarbeiter und ging nebenbei in die Weinberge.

Als die Rente kam, stellte er fest, dass sie vorne und hinten nicht ausreichte und er kehrte zurück in die Weinlese. Bis heute habe er keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern, erzählt er. Zu Hause warte niemand auf ihn. Also was solle man da schon erzählen?  Er sagt das mit einem Lächeln. Mir ist das Lächeln vergangen.

Trotzdem ist es mir wichtig, diese Geschichten zu hören und weiterzugeben, denn das Leben meiner Helfer ist mir nicht egal. Sie sind hier nicht nur als Arbeiter, sondern als Menschen. Auch das bedeutet Teamarbeit für mich. Zuhören und da sein.

Zurück in den Weinberg

Lächelnd klopft mir Zoli auf die Schulter und reißt mich damit aus meinen Gedanken. Weiter gehts, die Arbeit macht sich nicht von allein sagt er und zieht mich mit. Es ist richtig warm geworden und unter der angenehmen Herbstsonne geht die Arbeit viel leichter von der Hand. Alles läuft wie am Schnürchen. Die Hindernisse des ersten Tages sind vergessen.

Feierabend

Trotzdem sind wir um 17:00 Uhr rechtschaffen müde. Als die Arbeiter gegangen sind und während Dorothée mit Réka, unserer Hündin, eine Runde dreht, lasse ich mich auf der Veranda nieder, genieße die Sonne und ein oder höchstens zwei Gläschen Wein.

To be continued...

Hier geht es zu den anderen Teilen unserer Winzersoap:
Winzersoap Teil 1: Traubenlese & Winzerromantik?
Winzersoap Teil 2: Zucker & Matsch 
Winzersoap Teil 3: Zeit ein Fass aufzumachen


Ungarische Küche & Weine

Ungarische Küche & Pfälzisch-Ungarische Weine

Anlässlich des ungarischen Nationalfeiertags lud das Speyerer Weinstudio Pfalz zu einem ungarischen Abend mit unseren Weinen. Da mich bereits mein Studium und meine anschließende Promotion 1982 erstmals nach Ungarn verschlugen und ich mich sofort in Land und Leute verliebte, freute mich diese Einladung besonders. Natürlich kümmerte ich mich um die begleitenden Speisen und erzählte den Gästen etwas über die Besonderheiten der ungarischen Küche.

Typisch ungarisch?

Ganz klar: Paprika und Gulasch. Oder? Tatsächlich ist die ungarische Küche ein Spiegel vieler unterschiedlicher Kulturen, die seit jeher einen wahren Schmelztiegel entlang der Donau bilden. Die traditionellen Kesselgerichte, die über offenem Feuer zubereitet werden, wie Gulasch, Pörkölt oder Fischsuppe gehen dabei auf die nomadisierenden Magyaren zurück, die aus dem asiatischen Raum stammen.

Auch die umliegenden Balkanvölker, die Türken, Italiener, Deutschen, Österreicher und Franzosen trugen ihren Teil zum lukullischen Erbe Ungarns bei.

Die Ungarn und die Paprika

Jeder, der schon mal Urlaub in Ungarn gemacht hat, kommt an den rot leuchtenden Gewürzpaprika nicht vorbei. Umso interessanter ist es, dass Paprika zwar bereits im 17. Jahrhundert im Land der Magyaren angebaut wurde, den Ungarn jedoch bei Todesstrafe der Eigenanbau verboten war. Die Türken, die die Pflanze eingeführt hatten, züchteten sie in streng bewachten Hinterhöfen.

Erst als die ersten entwendeten Pflanzen im Süden des Landes - in sicherer Entfernung - angebaut wurden, begann der Siegeszug der Paprika in Ungarn. Noch heute sind die südlichen Städte Szeged und Kolocsa die Paprika-Hauptstädte.

Französische Einflüsse in der ungarischen Küche

Der europäische Siegeszug der Paprika geht auf den berühmten französischen Meisterkoch Georges Auguste Escoffier zurück, der das rote Pulver aus Szeged in sein Restaurant in Monte Carlo mitbrachte und das "Poulet au Paprika" kreierte, das seitdem kontinuierlich von ungarischen Köchen weiterentwickelt wird.

Eine der bekanntesten Variationen des Gerichts ist sicherlich der Palatschinken nach Art der Hortobágy, ein deftig gefüllter und mit Käse überbackener Crêpe.

Mit Joseph Maréchal hinterließ ein weiterer französischer Koch seine persönliche Signatur in der ungarischen Küche. Maréchal kochte für Kaiser Napoleon III und am Hof des russischen Zaren, bevor der ungarische Fürst Pál Eszterházy ihn zu sich holte und zum Küchenchef des "National Casinos" in Pest ernannte, dem zu der Zeit exklusivsten Club des Landes.

Joseph Maréchal bereitete die traditionellen ungarischen Rezepte auf französische Art zu. Noch heute findet sich diese Zubereitungsart auf Speisekarten unter der Bezeichnung "auf Marsall Art".

Die Sachertorte und ungarische Kochbücher

Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Einflüsse auf die heutige ungarische Küche zahlreich und international. Natürlich könnte ich Ihnen jetzt noch verraten, was Bayern und die österreichische Sachertorte mit einem heutigen ungarischen Traditionsrestaurant zu tun haben. Aber das erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.

Außerdem stelle ich Ihnen demnächst auch meine Lieblingsrezepte für einige der beliebtesten ungarischen Spezialitäten hier vor.

Und die Weine?

Dies wäre kein Weinblog, wenn ich Ihnen nicht noch eine kleine Empfehlung zu Ihren ungarischen Gerichten aussprechen würde. Schließlich sind unsere Weine wahre pfälzisch-ungarische Koproduktionen.

Klassisch mit Paprika: Gratz Cabernet »C«
Gerichte mit pikanten Paprika- und Pfeffernoten begleitet unser tiefroter Gratz Cabernet »C« mit schwarzem Kern und Noten von Cassis, Kirsche und Paprika.
Zum Gratz Cabernet »C«

Die französische Note: Gratz Merlot »M«
Die mediterranen Einflüsse der französischen Küche untermalt unser Gratz Merlot »M« mit Noten von Pflaume, Brombeer und Tabak.
Zur Gratz Merlot »M«

Festlich vom Hofe: Gratz Cuvée »X«
Festliche Schmorgerichte wie von den Köchen des ungarischen Adels begleitet unsere mit Silber ausgezeichnete Gratz Cuvée »X« mit vielschichtigen Frucht- und Röstaromen.
Zur Gratz Cuvée »X«

 

 

Foto: Dr. Rolf Klein, Weinstudio Pfalz


Silbermedaille für die Gratz Cuvée »X«

Die Gratz Cuvée »X« ist ausgezeichnet. Anders, als sich das gerade liest, loben wir aber nicht unseren Wein über den grünen Klee. Wir meinen das ganz wörtlich. Denn unsere Cuvée hat im renommierten Wettbewerb "Mundus Vini" eine begehrte Silbermedaille gewonnen.

Erster Jahrgang und schon prämiert

Erst im November 2018 stellten wir die Manufakturweine bei unserem Weinfest offiziell vor. Davor führte Quereinsteiger Wolfram Gratz das zwei Hektar kleine Weingut als Privatwinzer. Umso mehr freut es uns jetzt, dass bereits unser erster Jahrgang mit einem so begehrten Weinpreis ausgezeichnet wird. Es bestätigt uns in unserem Tun, unseren Herangehensweisen und unseren Visionen.

Der Weg zur Silbermedaille

Zum 24. Mal fand der international renommierte Weinpreis "Mundus Vini" im Frühjahr statt. Mehr als 7.000 Weine wurden zum Spring Tasting eingereicht. Doch nur die besten 5% konnten die hochkarätig besetze Fachjury von ihrer Spitzenqualität überzeugen und wurden mit einer Medaille honoriert.

Unsere Femme Fatale setzte sich gegen die starke internationale Konkurrenz durch und erzielte 88 Punkte. Damit lag sie nur drei Punkte unter der Höchstpunktzahl. Im Aussehen wurde sie für ihre Klarheit mit 4,5 von 5 Sternen ausgezeichnet. In den Bereichen Farbnuancen (Aussehen); Reintönigkeit, Intensität (Geruch & Geschmack) und Qualität (Geruch) überzeugte sie mit 4 von 5 möglichen Sternen.

Lernen Sie die Gratz Cuvée »X« persönlich kennen

Sind Sie neugierig geworden? Dann lernen Sie die versilberte Femme Fatale, unseren tiefroten Kavalier, unsere Grand Dame und uns, die Weinmacher, doch mal persönlich kennen. Wir freuen uns über Ihren Besuch auf unserem Hof in Waldsee bei Speyer oder auf einer der WEINverliebt Messen in Frankfurt und München.

Als Fachbesucher haben Sie außerdem die Möglichkeit, uns auf der ProWein, einer der führenden Weinfachmessen in Düsseldorf zu besuchen. Sie finden uns und die Gratz Cuvée »X« in der "ProWein Tasting Area by Mundus Vini", die ausschließlich den prämierten Weinen und Weingütern vorbehalten ist.

Also kommen Sie vorbei und feiern Sie die Silbermedaille mit uns. Natürlich bei einem Gläschen unserer Cuvée.


Rotwein hilft gegen Erkältungen

Rotwein sagt der Erkältung den Kampf an

Na, auch erkältet? Wir auch. Da verkriecht sich der Winter endlich und macht dem Frühjahr Platz und statt draußen die ersten Sonnenstrahlen bei einem Gläschen Rotwein zu genießen, sitzen wir alle schniefend und mit dickem Kopf auf dem Sofa. Aber wir sagen der Erkältung jetzt endgültig den Kampf an. Mit Großmutters Hausmitteln, die haben schließlich schon in der Kindheit geholfen.

Rotwein gegen Schnupfen und Erkältungssymptome?

Was wir bisher noch nicht wussten: neben Zwiebelsaft und heißem Ingwer ist auch Wein ein 1a Erkältungskiller. Verantwortlich für die positive Wirkung aufs Immunsystem sind die im Rotwein enthaltenen Tannine. Durch ihre antivirale Wirkung greifen sie gezielt die Proteine der Viren an und machen sie unschädlich.

Das ist ja eigentlich fast zu schön, um wahr zu sein. Dass Wein gut für Herz und Kreislauf sein soll, haben ja bereits einige Studien nahegelegt, aber dass er auch die laufende Nase bekämpfen soll, freut uns gerade natürlich umso mehr. Deswegen starten wir jetzt den Selbstversuch.

Heißer Rotwein mit Pfeffer und Ei

Das Rezept klingt spannend und wir fragen uns, wer ursprünglich auf die Idee gekommen ist, diese Zutaten miteinander zu kombinieren. Also los geht's:

Zutaten für 2 Personen
300 ml Rotwein (wir nehmen dafür den Gratz Cuvée »X«)
2 Eigelb
2 TL Traubenzucker
etwas Pfeffer
optional: frische Orangenscheiben

Zubereitung
Den Wein erhitzen. Achtung: nicht zum Kochen bringen. Die Idealtemperatur liegt bei ca. 72 Grad und kann am Besten mit einem Küchenthermometer gemessen werden. Die Eier trennen und die Eigelbe mit dem Rotwein verquirlen. Traubenzucker im Wein auflösen und den Pfeffer hinzufügen. Für die Extra-Portion Vitamin C einen Schuss frisch gepressten Orangensaft oder je eine Orangenscheibe zum Getränk geben.

Den warmen Wein vor dem Schlafengehen trinken. Die Erkältung soll dann am nächsten Morgen Geschichte sein.

Wir sind gespannt und wünschen Ihnen eine gute Besserung.


Wolfram Gratz bei der Weinverkostung

Verkostung auf der WEINverliebt 2019

Hier auf unserem Blog erfahren Sie jede Menge über unsere Manufakturweine, die Aufgaben eines Weinmachers, selbst unsere Weine stellen sich persönlich vor. Wir möchten Sie mitnehmen und Ihnen die Möglichkeit geben, uns so gut wie möglich persönlich kennenzulernen.

Auf ein Glas

Alles kann ein Blog aber leider doch nicht leisten. Denn so sehr wir uns das auch wünschen, weder können wir Ihnen hier die Hand schütteln, noch Ihnen ein Glas Wein reichen. Alle, die in der Pfalz wohnen oder Urlaub machen, können wir auf unseren schönen Hof in Waldsee einladen. Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns immer über netten Besuch. Und Sie bekommen unsere Weine hier auch im Hofverkauf.

Weingut Gratz auf der WEINverliebt

Waldsee ist zu weit weg? Kein Problem. Vielleicht sehen wir uns auf der WEINverliebt? Kennen Sie nicht? Die WEINverliebt ist die Weinprobiermesse. Ausgerichtet von VICAMPO, einem der führenden Online-Wein-Marktplätze findet sie jährlich in verschiedenen Städten statt. Und diesmal sind wir auch dabei und freuen uns darauf, ein Gläschen Wein mit Ihnen zu trinken und uns mal persönlich zu unterhalten. Ganz ohne einen Bildschirm zwischen uns und Ihnen.

Wann & wo?

Bereits im April geht's los. Dann reisen ich, Wolfram, der tiefrote Kavalier, die Grande Dame und die Femme Fatale auf die WEINverliebt in München. Am 13. & 14.04. freuen wir uns auf jeden, der Lust hat mal bei uns vorbeizukommen. Also, worauf warten Sie noch?

Im November geht es dann weiter nach Frankfurt. Dort können Sie den Gratz Cabernet »C«, den Gratz Merlot »M« und den Gratz Cuvée »X« am 10. & 11.11. im Palais Frankfurt verkosten.

Weitere Orte und Termine sind noch in Planung. Sobald es Infos gibt, erfahren Sie es hier oder auf unseren Social Media Kanälen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Frankfurt, München oder natürlich Waldsee. Bis bald.

 

 


Rosen auf dem Weingut

So wird der Valentinstag ein voller Erfolg

So sicher und ähnlich überraschend wie Weihnachten kommt auch der Valentinstag alle Jahre wieder. Damit der romantischste Tag des Jahres nicht zum Fiasko wird, braucht es gar nicht viel. Eine gute Flasche Wein, ein ausgesuchtes Essen, stilvolle Musik und den Lieblingsmenschen.

Zumindest was das Essen, den Wein und die Musik angeht, können wir weiterhelfen. Alle, die in der Nähe von Speyer wohnen, können sich unseren Wein nämlich auch noch auf den letzten Drücker vor Ort bei uns abholen. Zu unseren Weinen haben wir uns im Internet umgesehen und jeweils ein passendes, romantisches Valentinstags-Dîner für Sie ausgewählt.

Gratz Cabernet Sauvignon »C«

Gratz Cabernet Sauvignon »C«

Der Gratz Cabernet Sauvignon »C« empfiehlt sich als Begleiter
von Weißschimmelkäse, pikant gewürzten Fleisch- und Wildspeisen
und gerbstoffreichen Gemüsesorten wie Rucola, Chicoree oder
Artischocken. Als veganer Wein begleitet der Gratz Cabernet Sauvignon »C«
außerdem ideal deftig gewürzte vegetarische und vegane Speisen.

Für Ihr Valentinstags-Dîner haben wir ein saftiges Coq au vin ausgewählt.

Hier geht's zum Rezept. 

 

Gratz Merlot »M«

Gratz Merlot »M«

Der Gratz Merlot „M“ ist die ideale Begleiterin zu leichten Grillgerichten,
Geflügelspeisen sowie sommerlichen vegetarischen und veganen Gerichten.
Auch zu mediterranen Gerichten, Pizza und Pasta passt der Gratz Merlot »M«
hervorragend.

Servieren Sie Ihren Merlot doch mal zu einem Grapefruit-Salat mit Lamm.

Hier geht's zum Rezept.

 

Gratz Cuvée »X«

Gratz Cuvée »X«

Die Gratz Cuvée „X“ ist eine ideale Begleitung für festliche Schmorgerichte,
würzige Pasteten, rotes Fleisch, Wildspeisen und Crossover Gerichte sowie
alle pikant gewürzten Fleischgerichte, vegetarische oder vegane Speisen mit
Fruchtbasis.

Unser Vorschlag zum Cuvée »X«: Quiche mit Wildfleisch und Cranberry-Sauce

Hier geht's zum Rezept.

 

Und die passende Musik

Damit Ihr Valentinstag ein voller Erfolg wird, haben wir Ihnen eine Playlist mit Liedern zusammengestellt, die Sie vermutlich nicht in jeder erstbesten Valentins-Playlist finden würden. Falls Sie jedoch auch der Meinung sind, dass "Hallelujah" und "Every breath you take" sich nicht uneingeschränkt für eine Hochzeit eignen, sollten Sie bei dem ein oder anderen Text in unserer Playlist "It´s Love" auch etwas genauer hinhören.

Wir wünschen Ihnen einen romantischen Valentinstag. ♥ 


Grand Dame Merlot

Vorhang auf für die Grand Dame

Anfang Januar hat sich an dieser Stelle bereits unser Gratz Cabernet Sauvignon »C« persönlich vorgestellt. Heute ist unsere Grand Dame dran: die Gratz Merlot »M«. Wie es überhaupt dazu kam, dass wir statt drei Rotweinen von einer Grand Dame, einer Femme Fatale und einem Kavalier sprechen?

Drei Weine? Drei Charaktere.

Schon bei der ersten Verkostung unseres Jahrgangs 2017 war uns klar, dass wir es hier mit drei sehr unterschiedlichen Charakteren zu tun haben, denen wir nicht mit der nächstbesten Weinbeschreibung gerecht würden. Außerdem wollten wir etwas schreiben, das wir nicht bereits anderswo ähnlich gelesen hatten. Das und ein altes Sammelalbum mit Stummfilmdarstellern führte uns zu unserem - zugegeben außergewöhnlichen - Ansatz. Plötzlich waren sie geboren, unsere drei Typen. Es ging also nur noch darum einen Stummfilmstar zu finden, der zum jeweiligen Wein am Besten passt.

Esther Ralston - unsere Grand Dame

Der samtig-rauchige Charakter unserer Gratz Merlot »M« und ihre feinen Noten von Pflaume, Brombeeren und Tabak ließen schnell das Bild einer Grand Dame des Stummfilmkinos der 20er Jahre vor unseren inneren Augen entstehen. Nach einigem Blättern in unserem Album fanden wir Esther Ralston, die bereits als Kind im Vaudeville Theater zu sehen war.

Die kargen Schaubuden, in denen das amerikanische Vaudeville Theater häufig präsentiert wurde, und die den Karrierebeginn unserer Diva markierten, erinnerten uns an den mageren Boden, auf dem unser Merlot zu seiner Geschmackstiefe aufblüht. Wir hatten das passende Gesicht zum Wein gefunden.

Nach ersten kleineren Rollen im Stummfilm gelangte Esther Ralston im Jahr 1924 mit dem Film "Peter Pan" zu Weltruhm. Ihre größten Erfolge feierte sie in Komödien. Wie so oft in dieser Ära läutete jedoch das Ende der Stummfilmzeit auch das Karriereende von Esther Ralston ein. Im Jahr 1941 zog sie sich endgültig aus dem Filmgeschäft zurück. In den 60er Jahren kehrte sie für einige Folgen einer TV-Serie auf die Leinwand zurück. Im Alter von 92 Jahren verstarb Esther Ralston im Jahr 1994 in Kalifornien.

Ihr wird mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gedacht. Wir freuen uns, diese besondere Künstlerin mit unserem Wein zu würdigen.

 


Weinfass

Jahrgangsreport 3: Zeit ein Fass aufzumachen

9:15. Die Sonne ist tatsächlich rausgekommen. Nie wieder zweifle ich an Wetterapps. Fast noch wichtiger: auch unsere Abbeer- und Maischmaschine läuft, seit Gábór die lockeren Schrauben, die uns kurzfristig in Angst und Schrecken versetzt haben, mit wissendem Lächeln festgezogen hat. Es ist gut, ein Multitalent in den eigenen Reihen zu wissen.

Wird etwa doch noch alles gut?

Während die Maische in unsere Fässer fließt, kommt die Lese in vollen Gang. Die schlechte Laune hat sich mit dem Regen verzogen und alle verrichten konzentriert ihre Arbeit. Pünktlich zur Mittagszeit legt sich auch der starke Wind, der das Versorgungszelt am Morgen bereits einmal umgerissen hatte. Dank Gaffertape und Reserve-Weinpflöcken steht es jetzt aber wieder wie eine Eins. Und auch der Bohnengulasch und unser Wein stehen bereits für die fleißigen Helfer auf den Tischen bereit. Gemeinsam nehmen wir an den Biergarnituren Platz und lassen es uns schmecken.

Ein tolles Team

Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen besprechen wir die Arbeitsschritte und Planung für den Nachmittag, bevor sich jeder wieder mit vollem Elan in seine Arbeit stürzt. 15 Leute sind wir insgesamt, neben zehn Helfern und Gábór, haben zwei Freunde aus Deutschland Dorothee und mich begleitet und unterstützen uns nun tatkräftig. Ich freue mich, mit Menschen Hand in Hand zu arbeiten, von denen ich jeden einzelnen schätze. Ich bin mir sicher, dass nicht nur das Klima der Region, sondern auch das unter den Mitarbeitern in den Geschmack unserer Weine einfließt.

Es läuft...

Nicht nur Zwischenmenschlich läuft alles glatt. Ich prüfe meinen Traubenmost und das Mostgewicht liegt bei 100° Oechsle. Damit habe ich mehr als 100 Gramm Zucker pro Liter. Klingt süß, ist es aber eigentlich gar nicht, denn der Zucker wird später in Alkohol umgewandelt, also alles perfekt. Ich werde keinen ungarisch-pfälzischen Mavrodaphne anbieten müssen.

Als wir am Abend die Bütten auswaschen und die Maschinen und Schläuche reinigen, haben wir insgesamt 4.400 Liter Maische in unseren Fässern. Ich bedanke mich bei meinen Helfern und als alle nach Hause gegangen sind, setze ich mich mit Dorothee und unseren Freunden auf die sonnenwarme Terrasse und lasse mir ein Bier schmecken. Wer sagt denn auch, dass es immer nur Wein sein darf?

Glücklich, aber von der harten Arbeit geschafft, verabschieden wir uns bald und legen uns schlafen. Denn morgen klingelt der Wecker unerbittlich um 5:00 Uhr. Mit ins Bett nehmen wir unsere neuste Erkenntnis, dass man den Tag vielleicht nicht vor dem Abend loben, aber genauso wenig verteufeln sollte.

To be continued...

Hier geht es zu den anderen Teilen unserer Winzersoap:
Winzersoap Teil 1: Traubenlese & Winzerromantik?
Winzersoap Teil 2: Zucker & Matsch 


Weinjournalist Kröber verkostet den Gratz Cabernet Sauvignon »C«

Ganz in weiß

Bei dem Titel denkt man automatisch an Roy Black oder an Hochzeitsmessen. Jedenfalls nicht an Wein. Und ganz bestimmt nicht an Rotwein. Also was wollen wir damit aussagen?

Es geht um die Weinflaschen: anders als bei den meisten anderen Rotweinen sind die Gratz Weine nicht in Grünglas abgefüllt. Ganz bewusst haben wir uns für Weißglas entschieden. Aber warum? Jeder weiß schließlich, dass das dunklere Glas vor Sonneneinstrahlung und deren negative Auswirkungen auf den Wein schützt. Aber mal ehrlich: wer lagert seine Weinflaschen auf der Fensterbank?

Trotzdem ist das keine Antwort auf die Frage. Wir haben uns für Weißglas entschieden, weil uns die Farben unserer Weine gefallen, und weil wir möchten, dass Sie diese auch sehen können. Noch bevor Sie die Flaschen öffnen und den Wein dekantieren. Wir möchten nicht nur über den "tiefroten Kavalier mit dem schwarzen Kern" schreiben. Wir möchten ihn zeigen.

Außerdem - aber das ist ehrlich gesagt nicht vorher in die Entscheidung eingeflossen - konnten wir die Flaschen so wunderbar zur von innen beleuchteten Tischdeko mit den Gesichtern hinter unseren drei Jahrgangsweinen umfunktionieren. Das Tutorial dazu finden Sie hier im Blog. Falls Sie mal ein schnelles und hübsches Geschenk brauchen und eine leere Weinflasche übrighaben.


Winzersoap Teil 2

Jahrgangsreport 2: Zucker & Matsch

Da helfen weder Schnaps noch gutes Zureden. Es hat sich eingeregnet. Und natürlich den Boden komplett durchweicht. Die Gummistiefel sinken bei jedem Schritt tief ein und machen ein schmatzendes Geräusch, wenn man sie mit ganzer Kraft aus dem Matsch zieht. So macht Arbeiten Spaß. Aber hilft nichts. Drei Tage haben wir. Heute beginnen wir mit dem ersten Feld Cabernet. So viel also zum tiefroten Kavalier... Uns begrüßt er nicht sonderlich charmant.

In die Reben

Wir verteilen 80 Lesebütten zwischen den Reben. Alle ziehen die Kapuzen noch weiter ins Gesicht, dann rücken die Frauen mit den Rebscheren aus, während die Männer die Abbeer- und Maischmaschine aus dem Abstellraum holen und aufbauen. Kaum ist die Maschine an den Starkstrom angeschlossen, tut sich... gar nichts. Die Maschine läuft nicht an. Dabei war letztes Jahr alles noch in Ordnung. Ist der E-Motor kaputtgegangen? Das wäre das Ende des Jahrgangs 2017.

Zu viel Zucker, zu viel Matsch

OK. Panik ist gerade nicht der beste Berater. Aber angebracht ist sie trotzdem ein wenig. Zusammenreißen. Nach Fehlern suchen. Um 8:00 - es schüttet noch immer - haben wir das Problem lokalisiert. Da scheint sich Traubenzucker aus dem letzten Jahr festgesetzt zu haben, der nun die Antriebswelle und den Antriebsriemen verklebt. Offenkundig hat auch Mary Poppins mit ihrem "Löffelchen voll Zucker" nicht uneingeschränkt Recht.

Aber das ist nichts, was man nicht mit einem ordentlichen Schwung lauwarmem Wasser beheben könnte. Und siehe da: die Maschine läuft. Aber viel zu langsam. Das darf doch nicht wahr sein. Ist das jetzt ein Stromproblem oder vielleicht doch der E-Motor? Neben uns stapeln sich die gefüllten Bütten und die mürrischen Arbeiter. Nichts geht voran.

Der Magier

Inzwischen ist es 9:00 Uhr und weder eine Lösung, noch ein Ende des Regenschauers sind in Sicht. So viel zur Zuverlässigkeit von Maschinen und Wetterapps. Hingegen absolut zuverlässig: Gábór, unser Traktorfahrer, Maschinenschlosser, Elektrotechniker, Pflanzenschutzfachwirt, Lichtblick. Er schaut in unsere langen Gesichter, dann in die Maschine. Ein Handgriff und die Maschine schnurrt wie ein Kätzchen. Gábór schüttelt belustigt den Kopf - nur zwei Schrauben locker - das muss man doch sehen.

Es ist 9:15 Uhr. Der Himmel reißt auf.

 

Den ersten Teil der Winzersoap verpasst? Hier nachlesen.